Neue Genossenschaften braucht das Land
 
Genossenschaften sind Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, welche die Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes bezwecken. Die Genossenschaft gilt in Deutschland als reines privatwirtschaftliches Unternehmen. Die Ursprünge dieser Gesellschaftsform geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Es wurden Genossenschaften von kleinen Handwerksbetrieben gegründet, um sich am Markt erfolgreich behaupten zu können. Seit jeher wird die Genossenschaft als Selbsthilfeeinrichtung ihrer Mitglieder verstanden. Genossenschaften wurden immer dann in großer Vielzahl gegründet, wenn große Not vorhanden war und gesellschaftliche Umbrüche oder soziale Niederlagen stattfanden. Auch heute lassen sich die gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme durch bloße Wachstumslogik nicht mehr lösen.

Gefragt ist daher die Besinnung auf die genossenschaftlichen Ideale, indem die Genossenschaftsmitglieder ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen anstatt auf der staatlichen Förderung zu verharren. Diesem Trend entsprechend werden derzeit neue Genossenschaften gegründet, in denen privatwirtschaftliche und gemeinnützliche Ansätze verfolgt werden. Die neuen Genossenschaften beteiligen sich am Aufbau eines alternativen wirtschaftlichen Sektors, der als „Dritter Sektor“ bezeichnet wird. Der Prüfungsverband der Sozial- und Wirtschaftsgenossenschaften e.V. unterstützt diese sozialen und alternativen Ansätze im Genossenschaftswesen. Unser persönliches Anliegen ist daher die Förderung von Neugründungen von Sozial- und Wirtschaftsgenossenschaften, die der besonderen Wirtschaftssituation gerecht werden wollen.