Unsere Grundsätze
 
Der Verband orientiert sich der Verband an den Werten und Prinzipien, die im Grundsatzbeschluss der International Co- operative Alliance (ICA) beim Kongress in Manchester 1995 enthalten sind:


Freiwillige und offene Mitgliedschaft; die Menschen können nicht zur Mitgliedschaft gezwungen oder am Austritt gehindert werden. Mitglieder, die die Bedingungen für die Mitgliedschaft erfüllen und ihren Pflichten als Mitglied nachkommen wollen, sollen am Eintritt nicht gehindert werden. Die Mitgliedschaft darf nicht diskriminieren hinsichtlich Geschlecht, sozialer Stellung, Rasse, politischer oder religiöser Einstellung.

Demokratische Kontrolle durch die Mitglieder; die Mitglieder kontrollieren allein die Entscheidungen innerhalb der Genossenschaft. Sie tun dies durch demokratische Wahlen und Beteiligung an Entscheidungen, wobei jedes Mitglied unabhängig vom Kapitaleinsatz nur eine Stimme hat. Die Leitung der Genossenschaft ist den Mitgliedern gegenüber rechenschaftspflichtig. Sie hat dafür zu sorgen, daß die Genossenschaft zum Vorteil seiner Mitglieder wirkt und arbeitet. Die Genossenschaft gehört nicht den Leitungsorganen, sondern ihren Mitgliedern. Externer Einfluss in die inneren Angelegenheiten und Entscheidungen der Genossenschaft darf nicht ausgeübt werden.

Wirtschaftliche Partizipation der Mitglieder; die Mitglieder bringen in einer fairen Weise das Kapital der Genossenschaft auf und kontrollieren es gemeinsam. Mindestens ein Teil des Kapitals ist gemeinschaftliches Eigentum aller Mitglieder und nicht aufteilbar auf einzelne Mitglieder (gesetzliche Rücklage, bzw. unteilbarer Fonds bzw. Reservefonds). Auf Kapitalanteile wird nur eine geringe Dividende gezahlt. Gewinne werden dafür genutzt, die Reserven der Genossenschaft zu stärken, den Mitgliedern einen Vorteil in Relation zu ihrer Nutzung der Genossenschaft zu geben (Nach- oder Rückvergütung) oder andere von den Mitgliedern gewünschte Aktivitäten zu unterstützen. Die Genossenschaft ist eine nutzenorientierte Unternehmensform, sie ist vordergründig nicht erwerbswirtschaftlich orientiert, das eingesetzte Kapital der Mitglieder (Geschäftsanteile und Rücklagen) hat ausschließlich dienende Funktion zur Realisierung der satzungsmäßigen Zwecke und Gegenstände der Genossenschaft.

Autonomie und Unabhängigkeit; Genossenschaften sind autonome Selbsthilfeorganisationen, die durch die Mitglieder kontrolliert werden. Beziehungen zum Staat oder anderen Unternehmen und Organisationen basieren auf freiwilliger Basis, unter demokratischer Kontrolle der Mitglieder und unter Wahrung der Autonomie der Genossenschaft. Genossenschaften besitzen eine konstruktive und offene Beziehung zur Regierung unter Wahrung der eigenen Autonomie. Sie verwalten sich selbst. Ausdruck dieser Selbstverwaltung und Autonomie ist die freiwillige Selbstkontrolle durch einen genossenschaftlichen Prüfungsverband. Die treibenden Kräfte der Genossenschaftsentwicklung sind die Mitglieder, die die positiven Effekte der genossenschaftlichen Selbsthilfe realisieren wollen. Bei der Gestaltung externer Förderung ist darauf zu achten, dass genau die richtige Intensität an Unterstützung gewährt wird, durch die die Selbsthilfe ihrer Mitglieder nicht beeinträchtigt, sondern gestärkt wird.

Erziehung, Ausbildung und Information; Genossenschaften und deren Verbände führen Ausbildungen für Mitglieder, Führungskräfte und Mitarbeiter durch und informieren die Öffentlichkeit über das Wesen und die Vorteile ihrer Arbeit. Die Entwicklung von Genossenschaften entspricht einem Lernprozess, in dem Erziehung, Ausbildung, öffentliche Information, Evaluierung und Erfahrungsaustausch wichtige Instrumente darstellen.

Krisenregionen der jeweiligen Region sollen an Wertschöpfungsprozessen beteiligt werden können.

Kooperation zwischen Genossenschaften; Genossenschaften dienen ihren Mitgliedern am wirksamsten und stärken die genossenschaftliche Bewegung am besten durch die Zusammenarbeit zwischen genossenschaftlichen Organisationen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Dies bedeutet den Aufbau genossenschaftlicher Verbundsysteme zu fördern, in dem z.B. der Austausch von Produkten, Waren und Dienstleistungen, aber auch von Informationen stattfindet. Diese Verbundsysteme können auch informeller Natur, im Rahmen von Netzwerken, sein.

Berücksichtigung des Gemeinwohls; Genossenschaften arbeiten für die nachhaltige Entwicklung der Gemeinschaft, in der sie existieren durch Maßnahmen, die von den Mitgliedern befürwortet werden. Genossenschaften haben eine Verantwortung für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Gemeinschaft und für die Bewahrung der Umwelt. Sie können daher einen wichtigen Eckpfeiler im Rahmen einer Gemeinwohl- Ökonomie darstellen. Da gerade neugegründete Genossenschaften verortet sind, haben sie eine wichtige Funktion lokale Ökonomieprozesse positiv zu beeinflussen, sofern ihre Mitglieder dies wollen.