Definitionen – Die Genossenschaft
 
Genossenschaften sind Gesellschaften von nicht geschlossener Mitgliederzahl, welche die Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes bezwecken. Die Genossenschaft gilt in Deutschland als reines privatwirtschaftliches Unternehmen.

Die am weitesten verbreitete Haftungsregelung ist die Genossenschaft ohne Nachschusspflicht. Die Genossenschaft ist eine nutzungsorientierte Unternehmensform. Das eingezahlte Kapital hat überwiegend dienende Funktion, um den Unternehmenszweck gewährleisten zu können, nämlich die Förderung der wirtschaftlichen Belange seiner Mitglieder.

Die Genossenschaft ist eine nutzungsorientierte Unternehmensform. Das eingezahlte Kapital hat überwiegend dienende Funktion, um den Unternehmenszweck gewährleisten zu können, nämlich die Förderung der wirtschaftlichen Belange seiner Mitglieder.

Genossenschaften werden durch die drei "S" bestimmt: Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Im Gegensatz zu anderen Unternehmensformen unterliegen Genossenschaften einem durch sie selbst definierten Förderzweck. Förderzweck in einer Genossenschaft kann z.B. die Bereitstellung von Arbeitsplätzen oder Wohnraum sein.

Kapitalverwertungsinteressen wie bei Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) stehen daher nicht im Vordergrund. Die Genossenschaft ist eine demokratische Unternehmensform. Unabhängig von der Höhe der Kapitaleinlagen, hat jedes Mitglied in der Generalversammlung nur eine Stimme. Genossenschaften sind in Deutschland an die Stelle des wirtschaftlichen Vereins getreten. Sie sind im Grunde eine Sonderform des wirtschaftlichen Vereins.


  Definitionen – Der Prüfungsverband
 
Jede Genossenschaft muss einem Prüfungsverband angehören, dem das Prüfungsrecht verliehen ist (§ 54 GenG). Durch den Prüfungsverband wird die Genossenschaft mindestens zweijährlich geprüft.

Genossenschaften mit einer Bilanzsumme von mehr als zwei Millionen Euro hat die Pflichtprüfung jährlich stattzufinden. Die Prüfungsverbände sollen die Rechtsform des eingetragenen Vereins haben (§ 63b Abs. 1 GenG). Mitglieder des Verbandes können nur Genossenschaften sowie Unternehmen anderer Gesellschaftsformen sein, die überwiegend in der Hand von Genossenschaften liegen oder dem Genossenschaftswesen dienen.


Die Aufgabe des Prüfungsverbandes ist daher wie ein Pullover zu wärmen und schützen

aber

auch zu kratzen wenn es notwendig ist.



  Definitionen – Die genossenschaftliche Prüfung
 
Die Aufgaben des Prüfungsverbandes sind in § 63 b Abs. 4 GenG definiert. Danach ist die Pflichtaufgabe des Prüfungsverbandes die Prüfung seiner Mitglieder und die gemeinsame Wahrnehmung ihrer Interessen.

Die Pflichtprüfung soll die Funktion wahrnehmen, zu der die Mitglieder nicht in der Lage sind. Gemäß § 53 Abs. 1 GenG hat der Prüfungsverband die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung festzustellen.

Dazu bedarf es einer Prüfung der Einrichtungen, der Vermögenslage und der Geschäftsführung aber auch der Führung von Mitgliederlisten. Im Rahmen dieser Prüfung ist der Jahresabschluss samt Anhang, Lagebericht unter Hinzuziehung der Buchführung zu kontrollieren.

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung (§ 53 Abs. 2 GenG) ist festzustellen ob die gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften eingehalten wurden.

Unter Einrichtungen sind die Organisationseinheiten der Genossenschaft zu verstehen, diese müssen den Erfordernissen des gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebs entsprechen.

Die Vermögenslage betrifft die wirtschaftlichen Verhältnisse der Genossenschaft.

Die Prüfung der Geschäftsführung erfolgt unter dem Aspekt der Organisationstätigkeit, dem Instrumentarium und die Geschäftstätigkeit als solche. Im Prüfungsumfang enthalten ist auch die Einhaltung des Förderauftrages durch die Geschäftsführung.

Die genossenschaftliche Prüfung wird durch die Vorschriften der Prüfungsverfolgung verstärkt. Im Gegensatz zur aktienrechtlichen Prüfung ist die genossenschaftliche Prüfung auch zukunftsbezogen.